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Schlechter Verlierer

 A: Fassen Sie doch bitte Ihre Gedanken einmal in wenigen Worten zusammen, damit ich weiß, worauf ich mich gefasst machen muss. Kommen Sie schon, keine Scheu!

 

B: Nein. Entweder Wortsuppe oder schwarzes Loch, das dürfen Sie sich aussuchen.

 

A: Es wird doch wohl kein Problem sein, ein bisschen zu plaudern – sonst würden Sie ja auch schließlich nicht hier sitzen, nicht wahr, haha! Verdammt noch eins, wenn der nur halbso schräg ist, wie er scheint, dann wird’s eventuell sogar ne lohnende Veranstaltung.

 

B: Und Sie glauben also ernsthaft, ich würde Wort für Wort meine Gedanken kopieren? Ich sag Ihnen mal was: niemand kann das. Wenn Sie so wollen hat das alles überhauptkeinen Inhalt. Es spiegelt nichts wieder, ist oberflächlich und überdies geht es niemanden etwas an.

 

A: Ach ich bitte Sie! Das sagen sie doch alle! Junge halts maul, ich bin neugierig.

In diesem Moment greift sich B das mächtigste Buch, nach dem er grade greifen kann und schlägt damit auf seinen Gegenüber ein. Bs brüllen prallt auf und zurückgeworfen wird ein widerliches, befriedigtes Lachen.

B: Das ist Schmerz! Das ist das Gefühl, wenn einem die Gedanken den Schädel bersten lassen! So ist es, wenn du deine Antennen nicht einfährst sondern alle Daten verarbeitest! Ich für meinen Teil halte nichts von Selbstinszenierung, lesen Sie’s halt, ich schreibs gern auf, wenn es Sie weiterbringt.

A, manisch lachend, greift mit zittrigen Fingern nach Bs Hand und stiert ihn mit brennenden, jedoch leeren Augen an.

 

A: Nun gut, dann will ich Sie mal nicht weiter mit unschönen Fragen stören – ich möchte Ihnen ja nicht die Zeit stehlen, wie sagt man doch so schön? Zeit ist Geld! Ich werde Sie gewiss nicht aufgrund dessen vorschnell abschieben. Einen Teufel tu ich, sobald der seine Seele leergekotzt hat, kommt halt den nächsten Freak!

 Ungewohnte Stille erfüllt den Raum, nur gebrochen durch das stetige Ticken der Wanduhr, die noch mindestens 3800 mal Tick und Tack würde machen müssen, bis die schalldichte Tür sich abermals öffnete und wieder schloss – handschütteln, guten tag – dann konnte sie beruhigt weiterticken.

B: Was würden Sie sagen, wenn ich Sie hier und jetzt erschlagen würde?

 

A: Bitte was?

B: Haben Sie Angst?

A: Ich... woraus wollen Sie hinaus?

B: Du Dreckskerl, geilst dich an fremdem Schmerz auf, ist ja nicht deiner. Das ist so wie mit Ritzen, nur Oberflächlich aber tut weh, ja. Was meinst du, was verdienst du? Wie würdest du deine unzähligen mindfucks vergelten?

A reißt die Augen soweit auf, dass man meint, sie würden herausfallen, nur um sie dann fest zu schließen und die Stirn in Falten zu legen.

A: Es... es ist mir egal. Es interessiert mich nicht, was Sie denken, nur dass Sie etwas denken.

B: Mit fremden Gedanken seinen Kopf auszufüllen... meinten Sie nicht gerade etwas von wegen Diebstahl? Mein Lieber, Sie wollen doch nicht zum Kriminellen werden, oder?

 

A: Aber Sie können doch nicht...! Ja. Stimmt. Sie haben wohl Recht, vielleicht will ich das nicht.

 

B: Nungut. Dann kann ich ja jetzt anfangen zu erzählen. Wir werden ja sehen, wie Sie damit umgehen...

 

A: Sehr schön, sehr schön. Wir werden sehen.. also, erzählen Sie!

 

Von zeit zu zeit ereignen sich dinge, die dein gehirn weder zu begreifen vermag noch zu begreifen im stande zu sein verpflichtet ist. Dein gehirn, dein verstand, dein herz – redest du dir auch nochso oft ein, es sei nichts, alles berechenbar, darauf ein bier! – zur hölle, nein! Was bildest du dir ein? Du brauchst dich nicht für das gekreuch in deinem inneren mit kriechendem moralischem morast zu rechtfertigen, an dem, was dann über dein hirn aus deinem mund quillt verschluckst du dich nur und dann musst du würgen und husten, vielleicht erstickst du sogar oder merkst zumindest, dass morast nicht nach rosa zuckerwatte schmeckt. Du brauchst dich genausowenig an deine hoffnungen ketten, die dich rücksichtslos hinter sich herschleifen. Was haben diese hoffnungen denn je für dich getan? Haben sie dich gehalten, als du dabei warst, dich verlieren zu gehen? Oder haben sie dir in die augen gesehn ohne sich in luft aufzulösen? Das schöne an rhetorischen fragen ist ja, dass die zu erwartende antwort sich aus dem kontext ergibt. Das einzige, was dich wahrhaft und unverschönt an einen menschen fesselt ist doch ganz einfach das vertrauen. Und dieses seil ist zwischen dem einen oder anderen sehr robust. Da gibt es welche, die werden verätzt, verbrannt und geschunden und es gibt welche an denen mit aller kraft gerissen wird – doch halten sie, denn noch ist die hoffnung stärker als der zweifel, der sich wie ungeziefer an dem band zu schaffen macht. Ach, doch wie schade – nichts hält für die ewigkeit und so zerreißt früher oder später jedes Band einmal.. so schmerzhaft das auch sein mag. Da gibt es auch kein „ach wär ich doch, ach hätt ich doch, ach hätt ich mich doch nie damit beschäftigt...“ Idioten! Wenn ihr schon auf gedeih und verderb nach der einen wahrheit sucht, dann kehrt ihre auswüchse doch nicht so faul und feige unter den tisch. Natürlich gibt es nicht DAS, was in dieser EINEN situation DAS RICHTIGE zu tun wäre – zumindest nicht in unserer gerundeten, verallgemeinerten, zusammengefassten dimension. Ich frage mich, liegt die überlegung nicht nahe, dass wenn man mit zahlen und mit gegenständen und mit buchstaben und mit urgewalten und mit ereignissen rechnen kann – wieso dann nicht mit menschen? Reduziert man ein problem auf seinen absoluten ursprung und seine bestandteile, könnte man dann nicht eine ahnung von dem, was wahr ist erlangen? Theoretisch bestimmt, aber das interessiert ohnehin niemanden, denn es kommt auf das JETZT an und auf das ICH und auf das WILL mit dem MEHR. Und auf das ES IST MIR EGAL, WAS SEIN KÖNNTE – WENN ES MIR JETZT GUT GEHT DANN TU ICH ALLES, DASS DAS AUCH SO BLEIBT. Letztenendes fühle ich nur bruch; fühle ich nur unwillen, das band loszulassen, wo es dies doch schon seit langem verlangt. Das ist vielleicht ehrgeiz, das ist vielleicht angst, das vertrauen in die menschen vollkommen zu verlieren. Vielleicht ist es auch kurzsichtigkeit oder schlichtweg dumm – fakt ist, dass ich realität will. Ich will das ummichrum spüren und damit umgehen – also kann ich es mir nicht leisten, zuviel kraft daran zu verschwenden, ein rezept für unsterblichkeit zu erfinden oder so. ich als etwas menschliches oder so will schließlich auch nicht zu etwas gezwungen werden, was ich nicht will, wieso sollte ich das etwas zwischenmenschlichem zumuten? Na also! Mein herz kann ich mir trotzdem nicht herausreißen.

 

A: Sehen Sie? Sehr schön, sehr schön. Ich bin stolz auf Sie, wir sind ein richtig gutes Team, nicht wahr? Partner?

 

B: Nehmen Sie doch bitte Ihre schmierigen Finger von meiner Schulter.

 

A: Oh, haha. Hehe... ja. Mein Lieber, wie die Zeit immer vergeht! Ich sehe, es ist schon wieder eine Sitzung zu Ende. Nächstes mal können wir dann...

 

B: Nächstes mal stopf ich dir deinen Sturzbach aus Scheiße zurück ins Maul, Arschloch. Ja, ich muss dann auch gehen. Guten Tag.

1.2.10 02:38
 


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